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KX.

what's in the box


Re-Products

English 4 U

1994, Video, Schwarzweiß, 13 Minuten

"Englisch For You", der Englischkurs des DDR Fernsehens ist auf mehrfache Weise einzigartig.
Einerseits handelt es sich um die am längsten ausgestrahlte Fernsehserie überhaupt:
Die 51 Folgen liefen fast 30 Jahre täglich werktags im DDR-Fernsehen.
Erst im Frühjahr 1990 wurde die Sendung aus dem Programm genommen.
Andererseits aber ist es auch eine der am weitesten gediehenen Verquickungen von Fiktion und Realität.
Der Kurs sollte einen Schlüssellochblick auf die verkommene westliche Zivilisation gewähren, die allerdings zu diesem Zweck von kommunistischen Exil-Briten in der DDR nachgestellt wurde.
Schließlich durfte auch das Filmteam nicht ausreisen.
Dies führte zu einigen "Subraum-Verschiebungen", wie man heute sagen würde, die "Englisch For You" einen meilenweiten Vorsprung zu sämtlichen der bemühten Fiction- und Mystery-Serien bescheren.

Die 52. und letzte Folge des DDR-Englischkurses wurde von RE-Products auf der Sterbestation eines Krankenhauses gedreht, um endlich Worte für Situationen zu geben, auf die doch nie jemand vorbereitet ist.

 

Der lange Marsch

1997, Video von Klaus Bosseck, Farbe, 13 Minuten

Die Video-Dokumentation, montiert aus Material aus der Hinterlassenschaft eines an den Rollstuhl gefesselten Muskelschwundkranken, befaßt sich in selbstreflektorischer Weise mit dem Traum von der Befreiung des Menschen, und speziell des Künstlers, aus den Fesseln der irdischen Umklammerung.
Und der Film scheint uns zuzuraunen: "Halte durch! Folge Deinem Weg! Stürze! Erhebe Dich! Kämpfe!"
Ein Film, der Mut macht.

 

Die 3 F

1998, 3 Kurzprogramme á 4 min.

Die Psycho-Polizei

Einige Fernseh-Kommissare stochern im Finstern der Seelen von Verdächtigen herum und sto§en doch immer nur auf sich selbst.

 

Aktenzeichen XY Losgelöst

Wieder einmal McLuhan:
Wenn es nichts mehr zu berichten gibt, muß das Medium sich selbst feiern.
Studio-Rituale und Rollenspiele.

 

Fiesta

Ein Jahr vor Rex Guildos Selbstmord produziert, wird in dieser Miniatur seine Karriere auf das über Jahrzehnte gestreckte Reproduzieren eines einzigen Liedes reduziert.

 

Ja und Amen

1999, Video, Farbe, 22 Minuten

Der Frontmann des Öffentlich-Rechtlichen Betroffenheits-TVs, Pastor Jürgen Fliege, wird hier mit zwei unterschiedlichen Methoden einer Analyse unterzogen.
Es offenbart sich das Bild eines Mannes, der sich im Angesicht des Leidens seiner Gäste an seiner ritualisierten Form des Mitleidens labt und in einer Art messianischer Selbstüberschätzung anscheinend daran glaubt, durch bloßen Körperkontakt eine Linderung herbeizuführen.